Eröffnung der Frühjahrskulturtage an der DKS ! Und wie!

Mit „…gehen…bleiben…“ stellte gestern Abend der Grundkurs Darstellendes Spiel Kl. 12 seine Arbeitsergebnisse vor.

Eine sehr erheiternde raschelnd-knisternde Präsentation mit nachdenklichen Momenten. Ausgangspunkt war dabei eine spielerische Auseinandersetzung mit verschiedensten Textmaterialien sowie das Erkunden des Materials Folie. Im Dezember 2018 starteten die Spieler dann in ihre selbständige Erfindung und Entwicklung ihrer eigenen Stücke.

„Im Leben vom Tod umfangen“, dem ersten von diesen wird die Folie zum Dach eines Bunkers, der drei Eingeschlossene vor der verseuchten Umwelt schützt. Und nun? Die drei philosophieren über den Sinn ihres Lebens, ein abgestürzter Drogen- und Alkoholkranker, ein Gieriger -ganz dem Geld Verfallener und ein Wissenschaftler. Sie erkennen, es gibt kein Entrinnen. Der Nachwelt wollen sie eine Box hinterlassen. Ein Streit entbrennt. Der Gierige zieht die Waffe.

 „tieZ“ Das Leben ist ein Spiel- sind wir Spieler oder Spielfiguren? Das fragt sich auch das Publikum beim Beobachten des eindrucksvollen Spiels und Agieren der 6 Jugendlichen, die mit großer Spiellaune alle Möglichkeiten des Spiels mit Irrungen und Wirrungen nutzen, um zu irritieren und zu überraschen. Ein Wissenschaftler ist so sehr in seine Arbeit vertieft, dass er nicht aufhören kann, bis er einschläft. Da findet er sich im Traum als Zeuge eines blutigen Banküberfalls wieder. Erwacht und wieder fiebrig arbeitend wiederholt sich das Drama. Ein Tagtraum oder Realität? Wie ein Loop-Banküberfall Nr. 3, nun wird auch er zum Opfer. Seine Sylke, Sybille, Siegrid oder wie sie heißen mag, trifft er jedoch unerwartet und unversehrt im Jenseits wieder. Haben also seine Berechnungen nun zu einem zufriedenstellenden Ergebnis geführt?

„Wir müssen reden“ Streben nach Perfektion – Fragen an die Zukunft. Blitzlichter, Foliengeraschel, kleine tanzende Elementarteilchen schwirren umher, verbinden sich zu ersten Kreaturen. Im Zeitraffer und mit erheiterndem Spielwitz stellen die Spieler die Evolutionsgeschichte dar. Und so steht das Bild dann auch als Standbild vor uns Affe, Neumensch, aufrechter Mensch und dann? Gebeugter Mensch – im Smartphongang. Willkommen im 20. Jahrhundert. Zwei Paare nutzen die Möglichkeiten der heutigen Wissenschaft und wollen ihr Wunschkind optimieren lassen. Das eine mit viel Geld, das andere mit einem Gutschein! Ein faszinierendes und sehr nuanciertes Spiel, wirkungsvoll in unscharfem Schattenspiel hinter der Folienwand inszeniert, liefern die Jugendlichen hier ab und dem hörbar mitgehenden Publikum wird lustvoll Überzeichnetes und brutal Nachdenkliches im Sekundentakt serviert. Großartig.

„Welle Fremdartigkeit“ Gestrandet – angekommen? Und wieder Foliengeraschel, in Wogen wabert die Folie einem Meer gleich über die Bühne. Zarte Mädchen tanzen entrückt zu Klängen der Ukulele, da spült es den Schiffbrüchigen Albert an Land dieses fernen Paradieses, wo man sich gerade berauscht einer Pomelo hingibt. Herrlich, wie sich nun ein neugierig beäugendes und ängstlich behutsames Einandernäherkommen entspinnt. Die Inselwesen kommunizieren in ihrer Sprache, wunderbar kreativ, Albert staunt und beginnt ein Gespräch, er fühlt sich verstanden. Es braucht ein bisschen, ehe er entdeckt, dass es nur naive Freundlichkeit ist, die ihm ihre Zustimmung schenkt. Da wird die Folie zum Feuer, um das die Mädchen erneut einen Tanz beginnen und dabei versuchen ihn zu umgarnen. Wie soll er sich entscheiden?

Was für ein Vergnügen, euch an diesem Abend zuzuschauen. Ihr seid euch der Kraft eurer Körpersprache und Macht eurer Mimik bewusst geworden. Alles Gute für eure Zukunft.

Bilder: Firchau, Steffi