Neben den rein privaten Erlebnissen in den Gastfamilien, dem sprachlichen Ausprobieren in der Fremdsprache, dem Kennenlernen des Anderen, den vielfältigen Freizeitaktivitäten, dem freundschaftlichen respektvollen Umgang in der Gruppe hatte der Gegenbesuch unserer französischen Partner vom 26. März bis 4. April für die Teilnehmer auch eine historische Dimension.
Der Schüleraustausch 2016/17 wurde im Rahmen des Projektes „la vie au château“ erlebt und gestaltet. Für die deutschen Schüler in Frankreich stand das Thema „Les châteaux de la Renaissance dans les environs de Tours“ im Vordergrund. Der gerade erst beendete Gegenbesuch stand unter dem Motto „Schlösserland Sachsen“.

dd 2017

Die historische Tradition der Barock-Zeit – mit der Schlüsselfigur August des Starken – wurde in Dresden und seiner Umgebung für die Schüler lebendig. Überall fanden sie vielfältige geschichtliche Zeugnisse. Zuerst bei einer geführten Stadtführung, bei der unseren Gästen das historische Zentrum und die Barock-Zeit nähergebracht wurden.
Der Barock war eine sinnenfrohe und lebenslustige Zeit. Das äußert sich in der Pracht des barocken Stils, in Architektur, Mode, Tanz und den Gegenständen des täglichen Gebrauchs. Das erlebten die Gäste besonders in Pillnitz. Das dortige Schloss war als sommerliches Lust- und Spieleschloss angelegt.

Die Barock-Zeit wurde den Schülern nahegebracht, diese sollen sie nacherleben. Sie haben sich in der Mode der Zeit gekleidet und ein barockes Fest inszeniert. Sie flanierten durch den Park und die Anlage, spielten historische Spiele, empfingen eine Schlossgesellschaft. Sie tanzten auch einen historischen Kontratanz (eine „Française“), der kein Paartanz ist, sondern eher einem tänzerischen Gesellschaftsspiel nahekommt. Die Schüler erhielten also auf unterhaltsame Weise Einblick in die Gesellschaft, Kostüme, Musik, Sitten und Gebräuche der Epoche.

Die gut ausgestatteten Atelierräume von facette e.V. ermöglichten den Schülern ein praktisches Arbeiten. Das historische Ambiente im Schloss und Park Pillnitz lud zu besonderen Erlebnissen ein. Die Vermittlung von zeitgenössischem Wissen und auch Wertvorstellungen, die im Austausch mit dem Anderen wichtig und nötig sind, geschah in der Wechselwirkung von körperlichem Erleben, kreativer Auseinandersetzung und eigener Aktivität und natürlich dem sprachlichen Austausch. Durch dieses Zusammenspiel sollte es uns Lehrern gelungen sein, zum Projektthema „Schlösserland Sachsen“ Inhalte zu vermitteln, die die Schüler in eine andere Welt versetzten und bei ihnen einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben.

Wir bedanken uns bei den deutschen Gastfamilien für die herzliche Aufnahme der correspondants und bei allen beteiligten Lehrern, durch deren Engagement der Austausch ermöglicht wurde. Dank gilt auch den Projektpartnern in Dresden und Umland.

Auf ein Neues in zwei Jahren!