Gymnasium Dreikönigschule Dresden

mitten in der Dresdner Neustadt ❀ Denken - Kommunizieren - Selbstverantwortlich handeln

Wir alle kennen es: Man verpasst den Zug – Doof gelaufen! Man verwechselt beim Backen Zucker mit Salz – Doof gelaufen! Die Grillparty muss ausfallen, weil die Kohle feucht geworden ist – Doof gelaufen! Oder aber: Man irrt sich als Gangsterpaar in der Straße, kann deswegen nicht, wie geplant, den Multimillionär ausrauben, sondern nur eine mittellose 4-er-WG, deren eines Mitglied sich als schießwütiger Neurotiker herausstellt, dem kurzerhand der Pizzabote zum Opfer fällt, während einem der eigene Partner und gleichsam Ehemann durch ein weiteres WG-Mitglied ausgespannt wird und man von niemandem ernst genommen wird – und zu allem Überfluss steht nach kürzester Zeit die Polizei vor der Tür. Doof gelaufen!

Was wie ein Fiebertraum anmutet, ist die Handlung des neuesten Projekts der Theater-AG Dreikönigspieler der Klassen 8–10, das am 24. Juni im Rahmen der DKS-Sommerkulturtage 2026 im projekttheater Dresden aufgeführt wurde. Trotz der sengenden Hitze der aktuellen Hitzewelle haben sich zahlreiche Kulturbegeisterte jeden Alters an diesem Mittwochabend auf den Weg in diese Vorstellung gemacht, wofür sie sowohl mit einem wunderbar klimatisierten Raum als auch einer Inszenierung, die bereits von Beginn an für herzliches Gelächter sorgen konnte, belohnt wurden.

Die Komödie „Doof gelaufen“, die der Feder Nils Heiningers entspringt und unter der Leitung von Ina Kwiatkowski durch die Schülerinnen und Schüler des DKS zum Leben erweckt wurde, regt dabei jedoch nicht nur zum Lachen an, sondern thematisiert auch die Suche nach der eigenen Identität: Wer bin ich? und Wer möchte ich sein? Mit diesen Fragen werden alle Figuren dieser skurrilen Geschichte konfrontiert. Da ist einerseits das junge Gangster-Ehepaar, das zwar in kriminelle Machenschaften verwickelt ist, im Innersten aber die nach nur drei Wochen geschlossene Ehe bereut und lediglich nach einem glücklichen Leben strebt; Vicky, die sich aktuell durch Minijobs und das Dealen mit Cannabis über Wasser hält, aber von einem Studium der Veterinärmedizin träumt; der von Neurosen geplagte Sebi, der momentan eine Ausbildung bei einem großen Tech-Unternehmen macht, sich jedoch mehr für sich erhofft, als nur Kaffee-Bote für den Chef zu sein; die lebensfrohe Julia, die ihre Berufung in der Paartherapie zu finden scheint; und schließlich Tanja, die ihre Führungsrolle und ihr Organisationstalent nicht nur auf die Rolle der WG-Mutti beschränken möchte.

Der an sich doch sehr ernste Charakter der Frage nach der eigenen Identität wird in dieser Inszenierung durch das auf der Bühne performte Chaos auf humorvolle Art und Weise untergraben. Nicht nur fragen sich die Figuren: Wer bin ich eigentlich?, auch das Publikum wundert sich bereits nach wenigen Minuten: Wer gehört hier eigentlich zu wem? Wer zu den Gangstern? Wer zu den Opfern? Diese stetig wachsende Irritation ist der perfekte Nährboden für gelungene und fesselnde Unterhaltung. Und das Schönste daran: Auch die Darstellerinnen und Darsteller haben sichtlich Spaß dabei!

Kann ein Mittwochabend bei hochsommerlichen Temperaturen eigentlich besser sein als mit einem erfrischenden Getränk in einem kühlen Raum bei bester Unterhaltung? Ich zumindest wüsste nicht, wie das gehen sollte…

Ein herzliches Dankeschön gilt damit all denjenigen, die mit diesem Abend voll Leichtigkeit die Sommerkulturtage 2026 (erneut) bereichert haben – man kann nur hoffen, dass auch zukünftig viele weitere Projekte folgen werden!

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